„UNTER DÄCHER“
Titel: Kindergarten Puch bei Wez
Nutzung: Bildung
Ort: Puch bei Weiz
Status: Wettbewerb – engere Auswahl
(unter 30 von 120 Einreichungen)
Jahr: 2025

Kontext
Der eingeschossige Holzbau mit sechs aneinandergereihten Satteldächern nimmt die ortstypische Dorfstruktur in zeitgemäßer Form auf und fügt sich selbstverständlich in das Ortsbild ein. Die lineare Bauweise ermöglicht eine klare Gliederung: Im Westen entsteht gemeinsam mit Volksschule und Musikschule ein offener Vorplatz mit Park, im Osten geschützte Freibereiche für Kindergarten und Kinderkrippe. Durch das gezielte Zurückversetzen der einzelnen Baukörper kann flexibel auf die Geländegegebenheiten reagiert werden und es entstehen spannungsreiche Innen- und Außenräume sowie geschützte Terrassen vor den Gruppenräumen. Diese sind nach Osten orientiert, da sich die Hauptnutzungszeit auf den Vormittag konzentriert.
RAUMORGANISATION
Architektur
Der einfache Grundriss schafft kurze Wege, eine klare funktionale Gliederung und flexible Nutzungen. Kindergarten und Kinderkrippe sind eigenständig organisiert und durch ein gemeinsames Herzstück verbunden – Bewegungsraum und Speisesaal. Diese lassen sich zu einem großzügigen Mehrzweckraum zusammenschalten und flexibel für Veranstaltungen nutzen.

Terrasse & Garten

Bewegungsraum & Speisebereich

Gruppenraum
Das Raumkonzept unterstützt sowohl offene als auch geschlossene pädagogische Modelle und ermöglicht eine gruppenübergreifende Nutzung der Funktionsräume. Die Erschließungsflächen werden als Teil der Spiel- und Lernwelt vielfältig genutzt – unter anderem als Bobbycarstrecke oder mit Lernwaben als Rückzugsnischen. Großzügige Eingangsbereiche fassen die Zentralgarderoben. Ergänzende Gatschgarderoben ermöglichen einen direkten Zugang in den Garten und fördern den regelmäßigen Aufenthalt im Freien – auch bei Schlechtwetter, da überdachte Patschenterrassen vor den Gruppenräumen als geschützte Übergangs- und Spielzonen genutzt werden können.In den Gruppenräumen bieten eingebaute Raummöbel mit Höhlen, Rutschen und Spielküchen sowie Galerien zusätzliche Spiel- und Rückzugsbereiche und machen den Raum spielerisch erlebbar.


KONSTRUKTION UND MATERIAL:
Auf eine massive abgedichtete Bodenplatte wurde bewusst verzichtet. Stattdessen bilden rückbaubare Stahlträger auf Schraubfundamenten das Fundament. Der darüber liegende Bodenaufbau besteht aus Betonfertigteilen mit einfachen Fußbodenaufbau mit Dämmebene und Linoleum als Bodenbelag. Somit ist kein Aushub erforderlich und die Bodenversiegelung kann auf ein Minimum reduziert werden. Wänden und Dächern bestehen aus vorgefertigte Holzbauelemente, die bereits die Konstruktion, inklusive Dämmung, Innenausbau und aller notwendigen Schichten enthalten.
Ökologie und Ökonomie gehen Hand in Hand: keine Abdichtungen, einfache Bauteilaufbauten, trennbare und rückbaubare Materialien ermöglichen maximale Zirkularität und niedrige Lebenszykluskosten und eine raschen planbaren Bauablauf.




Landschaft
Der Freibereich gliedert sich in einen gemeinsamen Vorplatz für den Bildungscampus sowie in geschützte Gartenbereiche für Kindergarten und Kinderkrippe. Naturnahe, geländeintegrierte Spielangebote fördern die motorische Entwicklung, freies Spiel und Inklusion und sind barrierearm erreichbar. Der Hang, die Topografie ist Teil des Gesamtkonzeptes und kein Stör- bzw. Kostenfaktor. Der Kindergarten wird Teil der Landschaft.



